Bonn International School und Verband der Beamten der Bundeswehr

Interessante Diskussionen über Schule und Polizei

Bei einer Visite der Bonn International School (BIS) informierte sich Dr. Christos Katzidis über Besonderheiten und Herausforderungen der Privatschule. Er sagte zu, sich dafür einzusetzen, dass auch die BIS ein Schülerticket anbieten kann. Am selben Tag hielt er des Weiteren einen Vortrag über Kriminalität, Innere Sicherheit und Terrorismusabwehr bei einem Ehemaligentreffen des Verbands der Beamten der Bundeswehr (VBB) und diskutierte mit knapp 30 Teilnehmern.


Am Morgen des 11. April traf sich Dr. Christos Katzidis in der Bonn International School (BIS) mit der Schulleiterin Patricia Baier, Geschäftsführerin Sabine Schattenberg und Silje Skogstad (SVP Corporate Strategy DHL). Zunächst wurde Katzidis die Schule grob vorgestellt.

 

Die Schule

Sie ist 1997 als gemeinnütziger Verein gegründet worden und auch heute noch als Verein organisiert. Die Unterrichtssprache ist Englisch, aber Deutsch wird ebenfalls unterrichtet. Für 720 Schülerinnen und Schüler aus 78 Ländern sind 156 Mitarbeiter verantwortlich. Der Anspruch des internationalen Curriculums zielt laut Frau Schattenberg darauf ab, dass ein Schüler heute seinen letzten Schultag in Bonn haben könnte, und morgen die Arbeit in Tokio an exakt derselben Stelle fortsetzt, ohne sich neu orientieren zu müssen.

Sehr beeindruckt zeigte sich Herr Katzidis hinsichtlich des philosophischen Ansatzes. Die sich selbst als „community school“ bezeichnende Einrichtung schreibt sich auf die Fahne, ihre Absolventen zu kritisch denkenden, problemlösungsorientierten und sozialen Menschen in einer globalisierten Welt auszubilden. Die Erziehung zum Gestaltungswillen verband Katzidis mit seinem eigenen Lebensweg und lobte sie ausdrücklich. Ebenso als positiv befand er die Zusage, dass kein Unterricht ausfalle.

 

Politische Anliegen

Die Schulleitung hatte auch einen konkreten Wunsch an Herrn Katzidis. Zurzeit wird durch ein Landesgesetz die Möglichkeit verhindert, den Schülern ein Schülerticket anbieten zu können. In diesem Punkt versprach Katzidis die Rücksprache mit Frank Rock, dem bildungs- und schulpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion in NRW.

 

Es folgte ein Rundgang durch das Schulgebäude: die Bibliothek, die Klassenräume, Flure und Hallen.

Auffällig waren die Stärke der Klassen, die mit durchschnittlich 20 Schülern verhältnismäßig niedrig liegt, sowie der hohe Digitalisierungsgrad der Klassenräume.

Zum Abschluss bat Katzidis seine Teilnahme an einer Diskussion mit Schülern zu politischen Themen an, sprach zudem eine Einladung für Klassen zum Besuch in den Landtag aus.


Nach der Sicherheitskontrolle am Eingangsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) wurde Christos Katzidis von Manfred Schenke empfangen, dem Beisitzer der Ruhestandsbeamten im Vorstand des Bereichs VIII (BMVg) des VBB, der das Ehemaligentreffen organisierte. Zu diesem Anlass hielt Katzidis einen Vortrag mit dem Titel „Unter falschem Namen in Deutschland – War Amri Einzelfall?“.

 

Statistik und Problemschilderung

Katzidis begann seinen knapp einstündigen Vortrag mit Statistiken zur Passkriminalität, die für allgemeines Kopfschütteln sorgten. Er gab weiterhin Einblicke in die jüngste Sitzung des Untersuchungsausschusses Amri, welchem er als ordentliches Mitglied angehört.

 

Dabei beklagte er Missstände in den für Migration und Sicherheit zuständigen Behörden, die den Blick über den eigenen Schreibtisch hinaus nicht wagten und Widersprüche – Amri trug auf ein und demselben Formular unterschiedliche Geburtsdaten ein – nicht hinterfragten. Auch fehlender Austausch zwischen den Bundesländern sei ein Problem.

Als wichtigen ersten Schritt zur sicherheitspolitischen Konsolidierung nannte Katzidis das „Sicherheitspaket I“ der nordrhein-westfälischen Landesregierung, welches noch vor der Sommerpause vom Landtag verabschiedet werden soll, und die Überwachungsmöglichkeiten von Gefährdern um die Einführung der elektronischen Fußfessel und den Zugriff auf die Telekommunikation, Präventivgewahrsam und Videoüberwachung erweitert.

 

Fehlende Rechtsdurchsetzung

Die Fragen und gedanklichen Einwürfe der Anwesenden bezogen sich besonders auf die illegale Immigration und die fehlende Durchsetzungskraft von Recht und Ordnung durch die Politik. Katzidis entgegnete, dass einer Stärkung der polizeilichen Befugnisse oftmals die politische Mehrheit fehle. Am wirksamsten seien Verbesserungen auf europäischer Ebene.

Er schloss seinen Besuch mit einem Appell zu staatsbürgerlicher Courage einerseits, und andererseits dem Hinweis, dass Deutschland trotz einiger Mängel immer noch ein sicheres Land sei.

Von Simon Sandt, Praktikant

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