Auf Achse mit Katzidis und ein Quadratmeter Wahlkreisbüro

Praktikumsbericht Simon Sandt

Simon Sandt berichtet von seinem sechswöchigen Praktikum bei MdL Christos Katzidis und seiner Arbeit im Wahlkreisbüro.

Praktikumsbericht: Eine wichtige Angelegenheit in der Zeit meines Praktikums war die Gesetzesnovelle des Polizeigesetzes NRW, das Katzidis vorangetrieben hat.
So durfte ich des Öfteren bei Terminen den Schlagworten lauschen, die er gerne zur Beschreibung der Maßnahmen verwandte, wie „umfangreichste Änderung des Polizeigesetzes seit 1990“, oder „Neue Vertrauenskultur“, „Null-Toleranz statt Weiche-Welle-NRW“ und „in einem Jahr mehr gemacht als Rot-Grün in sieben“. Da Innenminister Reul in der 1. Lesung im Landtag die inhaltlichen Punkte bereits abgearbeitet hatte, konnte Katzidis diese Standards auch in seiner Rede verwenden. Und so geht das Sicherheitspaket I nun seinen Weg durch die Verwaltung, darin auch enthalten die von ihm beanstandete Gesetzeslücke in Bezug auf Häusliche Schläger, die nun 240 statt 48 Stunden weggesperrt werden können. Daher nannten seine ehemaligen Kollegen von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Köln diesen Punkt beim dortigen Vortrag scherzhaft Lex Katzidis.

Katzidis ist auch ein sehr eifriger Mensch, der nicht selten um fünf Uhr morgens aufsteht und abends um 22:00 Uhr erst nach Hause kommt. So etwa an jenem Tag, den ich vollständig an seiner Seite verbrachte. Nach besagtem Vortrag an der Fachhochschule besuchte er mittags die Weck-Werke in Alfter und abends die Jahreshauptversammlung der Bonner Jägerschaft in Tannenbusch. Dazu kommen natürlich immer auch eine Vielzahl von E-Mails und Telefonaten.

Mein Platz im Wahlkreisbüro war ein kleiner, ein Meter breiter Schreibtisch in der Ecke des Raumes, der zudem wegen des behindertengerechten Baus etwas schräg stand. Doch für meine Zwecke reichte es. Dort arbeitete ich unter anderem an Texten und dem Internetauftritt, war zudem immer in Rufnähe von Büroleiter Gunnar Gmilkowsky für spontane Aufgaben. Während Katzidis Essenspausen oft für Gespräche nutzt und sie sehr kurzhält, wird die Mittagspause als Regeneration bei Gmilkowsky hochgehalten und selbst jeder Kaffeegang zelebriert. Da ich insgesamt am meisten Zeit im Wahlkreisbüro verbrachte, kam auch ich regelmäßig in den Genuss einer Mittagspause, die diesen Namen auch verdient.

So kann ich doch behaupten, dass mir die Zeit in der Politik Freude bereitet hat. Die Eindrücke waren vielseitig und ich habe die Atmosphäre in diesem Betrieb gespürt. Es wird viel Aufwand und Sorgfalt betrieben, da Politik ja auch Selbstdarstellung ist, doch Humor an angemessener Stelle kommt auch außerhalb des Karnevals nicht zu kurz.

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